30 % zusätzliche Erlöse mit Free Energy Bids über unser VPP erschließen

Free Energy Bids | Virtuelles Kraftwerk
June 26, 2024

CyberGrid bietet eine überzeugende Möglichkeit, Erlöse durch Free Energy Bids zu maximieren. Unsere Kunden können mit diesen Geboten bis zu 30 % zusätzliche Erlöse erzielen, da sie den Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) zusätzliche Flexibilität für ein wirksames Netzmanagement bereitstellen. Diese Gebote können von ÜNB bei Bedarf aktiviert werden und ermöglichen schnelle Reaktionen auf Marktungleichgewichte – ein entscheidender Faktor für die Aufrechterhaltung von Netzstabilität und Effizienz. Durch die Teilnahme am Markt für Regelenergie tragen unsere Kunden zur Gesamtstabilität des Stromnetzes bei und erschließen gleichzeitig über unser Virtuelles Kraftwerk (VPP) neue Erlösquellen aus ihren flexiblen Anlagen.

Die erfolgreiche Beteiligung von CyberGrid am österreichischen Markt für Regelenergie unterstreicht die Wirksamkeit unserer Lösungen. Unser innovativer Ansatz ermöglicht es Regelreserveanbietern (BSPs), zusätzliche Flexibilität anzubieten, die bei der Kapazitätsauktion möglicherweise nicht vorgesehen oder akzeptiert wurde. So kann selbst kurzfristige Flexibilität effizient gehandelt werden – mit wirtschaftlichen und operativen Vorteilen für unsere Kunden und den Energiemarkt.

Die Intraday-Trader von EVN haben erstmals erfolgreich am österreichischen Markt für Regelenergie teilgenommen; ihre Energiegebote wurden bei APG eingereicht und akzeptiert. Zudem wurden zusätzliche Tests zu Produktspezifikationen und Handelsfahrplänen erfolgreich abgeschlossen. Bemerkenswert ist, dass EVN zu den ersten Teilnehmern in diesem Markt in Österreich gehört – ein Beleg für die innovativen Ansätze von EVN und CyberGrid bei der Erschließung neuer Marktchancen.

Wir freuen uns, ein exklusives Interview mit Dr. Christoph Gutschi, Senior Project Manager bei CyberGrid, zu präsentieren. In diesem Gespräch teilt Dr. Gutschi wertvolle Einblicke in die Welt der Free Energy Bids und deren Rolle bei der Maximierung der Erlöse für unsere Kunden.

Interview zu Free Energy Bids

F: Wie definieren Sie den Begriff „Free Energy Bids“?

A: Es gibt zwei Märkte für Sekundär- und Tertiärregelsreserve-Dienstleistungen:

  • Der „alte“ Kapazitätsmarkt wird am Vortag gecleart. Der Regelreserveanbieter (BSP) kann Kapazitätsgebote für Zeitblöcke von 4 Stunden anbieten, z. B. 0–4, 4–8, … 20–24.
  • Der „neue“ zusätzliche Energiemarkt wird erst 25 Minuten vor Lieferstart gecleart. Die Produktdauer beträgt 15 Minuten, es gibt also 96 Auktionen pro Tag. Der Energiemarkt vergütet ausschließlich aktivierte Energie, nicht die Kapazität.

Der BSP kann zusätzliche Flexibilität anbieten, die zum Zeitpunkt der Kapazitätsauktion noch nicht absehbar war oder dort nicht akzeptiert wurde. Diese werden als „Free Bids“ bezeichnet. In der neuen Energieauktion ist es außerdem möglich, den Energiepreis bereits akzeptierter Kapazitätsgebote anzupassen.

F: Wie entscheiden ÜNB, wann Free Energy Bids aktiviert werden?

A: Free Energy Bids werden der Merit-Order der zuvor akzeptierten Kapazitätsgebote hinzugefügt. Der ÜNB aktiviert die Gebote entsprechend dem Energiepreis:

  • Positive Aktivierung: vom niedrigsten zum höchsten Preis.
  • Negative Aktivierung: vom höchsten zum niedrigsten Preis.

F: Welche Rolle spielen Free Bids beim Ausgleich von Angebot und Nachfrage von Strom?

A: Free Bids erhöhen die Liquidität der nationalen Sekundärregelreserve und Tertiärregelreserve-Energiemärkte und ermöglichen die Erbringung von Leistungen aus Reserven, wenn die gesichert verfügbare Flexibilität zum Zeitpunkt der Kapazitätsauktion (am Vortag) noch nicht prognostiziert werden kann, sondern erst kurzfristig (z. B. 30 Minuten vor Lieferung).

F: Haben Free Bids Auswirkungen auf die Merit-Order?

A: Wie oben erläutert, werden Free Bids der Aktivierungs-Merit-Order hinzugefügt. Dadurch hat der ÜNB mehr Optionen, sehr teure Gebote zu vermeiden (die sich am Ende der Merit-Order befinden).

F: Was sind die Hauptvorteile von Free Energy Bids?

A: Der Regelreserveanbieter (BSP) kann mit flexiblen Anlagen zusätzliche Erlöse erzielen, die nur kurzfristig prognostizierbar sind. Außerdem kann der BSP Flexibilitätsanlagen weiterhin vermarkten, bei denen das Kapazitätsgebot nicht akzeptiert wurde.

F: Wann kann man Free Bids handeln?

A: Grundsätzlich kann jeder präqualifizierte BSP, der präqualifizierte Assets verwaltet und die Trading-API unterstützt, am Free-Bids-Markt teilnehmen. In der Praxis erfordert die hohe Zahl an Auktionen (96 pro Tag) ein vollautomatisiertes Virtuelles Kraftwerk (VPP) und Handelssystem.

F: Was bedeutet es, dass diese Free Bids „freiwillig“ sind?

A: Im österreichischen Markt besteht keine Verpflichtung zur Teilnahme am Energiemarkt für Sekundärregelreserve und Tertiärregelreserve. Der ÜNB übersetzt die akzeptierten 4-Stunden-Kapazitätsgebote automatisch in 16 x 15 Minuten-Energiegebote.

F: Werden Free Bids ausschließlich als Energie gehandelt?

A: JA. Free Bids werden ausschließlich als Energie gehandelt und erhalten eine Aktivierungsvergütung statt einer Vorhaltevergütung.

F: Wann können Free Bids aktiviert werden?

A: Free Bids werden nur aktiviert, wenn sie günstiger sind als die vertraglich beauftragten Marktteilnehmer.

F: Können Free Bids die Marktpreise beeinflussen?

A: JA. Free Bids können Marktpreise senken und damit Verbraucher begünstigen.

F: Wie adressieren Free Bids den Bedarf an Flexibilität und Speicherlösungen, um die Variabilität der erneuerbaren Erzeugung zu bewältigen?

A: Da die Gate-Closure-Time (GCT) der Energieauktionen erst 25 Minuten vor Beginn des Lieferzeitraums liegt, wird die Teilnahme fluktuierender erneuerbarer Energiequellen erleichtert, die am Vortag nicht präzise genug prognostizierbar sind.

F: Warum sollte ein Marktteilnehmer freiwillig Free Energy Bids anbieten?

A: Weil Free Energy Bids die Marktteilnahme eines gegebenen Portfolios an Flexibilitätsanlagen erhöhen und die potenziellen Erlöse des Portfolios auf den negativen Sekundärregelreserve und Tertiärregelreserve-Märkten steigern können.

F: Wie können Marktteilnehmer mit CyberNoc durch Free Bids ca. 30 % zusätzliche Erlöse erzielen?

A: Wie oben erwähnt:

  • Flexibilitätsanlagen, die zum Zeitpunkt der Kapazitätsauktion nicht präzise prognostiziert werden können, lassen sich auf den Energiemärkten handeln (Gate-Closure-Time, GCT, nur 25 Minuten vor Lieferbeginn).
  • Flexibilitätsangebote, die in der Kapazitätsauktion nicht akzeptiert wurden, können als Free Bids erneut im Energiemarkt gehandelt werden und dennoch einen Anteil (ca. 60 % bei Sekundärregelreserve) des Erlöspotenzials der Regelenergie realisieren.
  • Dieser zweite Punkt ermöglicht eine offensivere Handelsstrategie in den Kapazitätsmärkten, um die Erlöse aus Kapazitätszahlungen zu erhöhen. Wird ein Kapazitätsgebot wegen eines zu hohen Preises abgelehnt, kann das Asset weiterhin im Energiemarkt gehandelt werden. So entgeht nicht 100 % des potenziellen Erlöses, sondern nur der Kapazitätsteil (der bei Sekundärregelreserve-Märkten nur ca. 40 % ausmacht).
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