Die Generalversammlung und das Überprüfungstreffen des MAESHA-Projekts fanden vom 17. bis 19. Januar in den Räumen der EVN statt. Das Treffen diente der Bewertung der erreichten Meilensteine unter Berücksichtigung aller Arbeitspakete und Ergebnisse des von der EU finanzierten Horizont-2020-Projekts. Unter der Leitung von CyberGrid nahmen 21 Organisationen aus 9 verschiedenen Ländern sowie Vertreter der Europäischen Kommission teil, die an der Sitzung teilnahmen, um die Fortschritte und Ergebnisse des Projekts zu evaluieren.
Für Inseln kann es sehr komplex sein, das Netto-Null-Emissions-Szenario bis 2050 zu erreichen, da ihre elektrische Systeme werden hauptsächlich mit teuren und umweltschädlichen importierten fossilen Brennstoffen betrieben. Im Fall der Insel Mayotte können Photovoltaik, Wind und Biomasse sowohl die Kosten für die Stromversorgung als auch die Energieemissionen senken. Das Projekt leistet einen positiven Beitrag für die lokalen Gemeinden auf Mayotte und verbessert ihr Energiesystem auf vielfältige Weise, wie zum Beispiel auf folgende Weise:
- Höhere Stabilität des Stromnetzes
- Verbesserung des Zugangs zu Elektrizität um mehr als 30%
- Nutzung der Entwicklung des grünen Tourismus um 20%
- Vollständige Dekarbonisierung des Verkehrssektors in Mayotte bis 2024
- Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 60% bis 2030
Einige hervorgehobene Punkte waren die Notwendigkeit, die Kommunikation mit den lokalen Gemeinden zu verbessern, Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu nutzen und auf die Nachfrage in Privathaushalten und in der Industrie zu reagieren.
Es gibt ein enormes Potenzial für die PV-Entwicklung
Die verantwortliche Stelle für die Verwaltung der Stromverteilung auf der Insel Mayotte ist Electricité de Mayotte (EDM), wer befindet sich in einer Monopolsituation. 95% der Stromerzeugung stammen von Dieselgeneratoren und die restlichen 5% stammen aus kürzlich installierten Anlagen für erneuerbare Energien, hauptsächlich PV-Anlagen, die 18 MW entsprechen. Es besteht ein enormes Potenzial für die PV-Entwicklung, das voraussichtlich jährlich um 4% wachsen wird. Die Windproduktion ist jedoch sehr gering und die aktuellen Windkrafttechnologien fördern den Ausbau dieser erneuerbaren Energiequelle auf der Insel nicht.
Auf Mayotte gibt es kein Stromtransportsystem. Tatsächlich macht der Transportsektor 36% der Treibhausgasemissionen aus. Für den großflächigen Ausbau von Photovoltaikanlagen steht nicht genügend Land zur Verfügung. Weitere Nachteile sind der illegale Anschluss und die Tatsache, dass ihr Netz nicht den europäischen Standards entspricht. In der Folge handelt es sich um einen stark umweltschädlichen Energiesektor und die Strompreise sind sehr hoch, was bis zu 383 €/MWh im Jahr 2018 - 4 mal höhere Kosten als auf dem Festland -.
Daher gibt es Verbesserungspotenzial und eine grüne Entwicklung, beispielsweise in Bezug auf Sonnenenergie und Biomasse. Darüber hinaus Das Projekt wird an anderen Standorten wiederholt: La Reunion (Frankreich), Gozo (Malta), Favignana (Italien), Gran Canaria (Spanien), Madeira (Portugal) und Saint Barthélémy (Frankreich).
Lokale Energiegemeinschaften
Die lokalen Gemeinschaften sind an diesem Projekt von entscheidender Bedeutung und sie sind auf verschiedene Weise beteiligt. Es wurden bereits 4 Energiegemeinschaften gegründet und 7 weitere stehen kurz vor der Gründung. Sie kommen Studierenden zugute, stärken Frauen und fördern eine intelligente, digitale und belastbare Zukunft. Diese sozialen Initiativen wirken sich positiv auf die lokale Wirtschaft aus, schaffen neue Arbeitsplätze und Förderung einer stärkeren Einbindung der lokalen Bevölkerung in Angelegenheiten im Zusammenhang mit einer nachhaltigen Zukunft sowie des Wissensaustausches zwischen den Gemeinden.
Gründung und Fortführung von Energiegemeinschaften
- Energiegemeinschaft für Studierende: Sensibilisierungsmaßnahmen durch die Ausbildung von Schülern zu lokalen Botschaftern.
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- Community für Elektrofahrzeugwartung: Ausbildung junger Menschen zu (E-) Bike-Technikern.
- Genossenschaft von kollektivem Interesse: um eine sauberere Elektromobilität zu nutzen.
- Solar Mama Gemeinschaft: Schulung zum Bau und zur Reparatur von Solarbeleuchtungssystemen und Lampen.

Energiegemeinschaften stehen kurz vor der Gründung
- Reparaturwerkstatt-Community: Schulungen, die sich auf die Reparatur von (E-) Bikes konzentrierten.
- Solare Sozialwohnungsgemeinschaften: basierend auf der Umsiedlung marginalisierter Gemeinschaften aus Blechsiedlungen in Niedrighäuser. Talus de Majicavo I, Hamachaka und Massimouni sind die Standorte, die an dieser Initiative beteiligt sind.
- Energiesparende Gemeinden: zielt darauf ab, den Stromverbrauch zu reduzieren.
- Landwirtschaftliche Solargemeinschaft: Förderung einer autarken Landwirtschaft und des Tourismus.
Flexibilitätsmanagement- und Handelsplattform
Der zunehmende und umfangreiche Einsatz erneuerbarer Energiequellen und ihre Intermittenz erfordern flexiblere Lösungen, um betriebliche Einschränkungen des Stromnetzes zu vermeiden und Angebot und Nachfrage auszugleichen.
MAESHA wird voraussichtlich einen Anteil erneuerbarer Quellen am Strommix von mindestens 70% ermöglichen dank der eingesetzten Flexibilitätslösungen, die die Energiekosten senken und die Netzinfrastruktur modernisieren können. Ebenso kann das virtuelle Kraftwerk wirken sich positiv auf ihre lokale Wirtschaft aus, indem sie ihre Energieunabhängigkeit stärken.


