Das neu in Betrieb genommene Batteriespeichersystem (BESS) im Hybridpark von EVN Naturkraft in Trumau ist nun vollständig einsatzbereit und markiert einen entscheidenden Fortschritt bei der Integration von erneuerbaren Energien und Speichertechnologien.
Neben der 10-MW-Photovoltaikanlage in Trumau und in Verbindung mit dem 16-MW-Windpark in Tattendorf ermöglicht das Speichersystem die effiziente Speicherung von überschüssigem Strom und dessen bedarfsgerechte Rückführung ins Netz. Mit dieser Entwicklung versorgt der Hybridpark nun rund 13.000 Haushalte mit sauberer Energie und stärkt gleichzeitig die Netzstabilität und Flexibilität.
Im Zentrum dieser Innovation steht das BESS, bestehend aus einem SMA MVPS SKID und einem Hithium-Batteriecontainer mit einer Nennleistung von 3,4 MW und einer Kapazität von 6,8 MWh. Diese Installation entspricht dem Speicherpotenzial von etwa 500 Haushaltsbatteriesystemen und macht den Standort Trumau zu einem wegweisenden „Super-Hybridpark“. Durch die Aufnahme überschüssiger Energie und deren bedarfsgerechte Abgabe bieten die Batterien einen zuverlässigen Mechanismus zur Ausbalancierung von Angebot und Nachfrage und mindern so die Volatilität, die mit der Erzeugung aus erneuerbaren Quellen verbunden ist.
Ein besonderer Vorteil liegt in der Fähigkeit des Systems, Regelenergiedienste bereitzustellen, darunter die Primärregelung, automatische Sekundärregelung und manuelle Sekundärregelung. Diese Funktionen tragen direkt zur Stabilität des österreichischen Stromnetzes bei und stellen sicher, dass erneuerbare Energien mit größerer Konsistenz und Zuverlässigkeit genutzt werden können.
Die strategische Integration des Batteriespeichersystems (BESS) in den Hybridpark eröffnet neue Chancen für die Teilnahme am Energiemarkt. Unsere Flexibilitätsmanagement-Plattform CyberNoc spielt dabei eine zentrale Rolle, indem sie die Aggregation und Optimierung der Hybridanlagen für Multi-Marketing ermöglicht. Über diese digitale Infrastruktur ist das Speichersystem nahtlos mit Regelenergie- und Großhandelsmärkten verbunden, sodass EVN neue Erlösquellen erschließen und gleichzeitig die Systemresilienz stärken kann.
Diese Kombination aus technischer Innovation und digitalem Marktzugang zeigt, wie Speicher zur tragenden Säule moderner Energiesysteme werden und sicherstellen, dass erneuerbare Erzeugung sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch betrieblich nachhaltig ist.
Die Betriebsstrategie des Trumauer BESS ist darauf ausgelegt, maximale Flexibilität und Effizienz zu gewährleisten. Ein Teil der täglichen Zyklen wird für die Bereitstellung von Regelenergiediensten genutzt, ein anderer für den Handel am Day-Ahead- und Intraday-Markt. Im Durchschnitt werden zwei Lade- und Entladezyklen pro Tag erwartet, wobei das Laden aus dem Netz nur erfolgt, wenn das System aktiv in Regelleistungsdienste eingebunden ist. Dieser Ansatz stellt sicher, dass das Speichersystem als stabilisierende Kraft wirkt und nicht als Nettoverbraucher, was seinen Beitrag zur Netzzuverlässigkeit weiter stärkt.
📷 ©EVN / Nadine Studeny


