CyberGrid ist Mitglied der V2G Alliance Austria, einem wachsenden nationalen Netzwerk, das sich der Förderung von Vehicle-to-Grid (V2G) und bidirektionalem Laden in Österreich widmet. Mit dieser Initiative unterstützen wir die Entwicklung eines intelligenteren und flexibleren Energiesystems, in dem Elektrofahrzeuge aktiv zur Netzstabilität und Effizienz beitragen können.
Warum Vehicle-to-Grid für die Energiewende wichtig ist
Elektrofahrzeuge sind weit mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Durch bidirektionales Laden können sie auch als leistungsfähige Energiespeicher fungieren und einen Energiefluss in beide Richtungen ermöglichen. Beim herkömmlichen Laden fließt Strom aus dem Netz in das Fahrzeug. Im Vehicle-to-Grid-Betrieb (V2G) kann Strom jedoch auch vom Fahrzeug zurück ins Netz fließen, wodurch die in den Batterien von Elektrofahrzeugen gespeicherte Energie über bidirektionale Ladeinfrastruktur für netzunterstützende Dienstleistungen genutzt werden kann.
Für V2G sind in der Regel folgende Komponenten erforderlich: ein V2G-fähiges Elektrofahrzeug, eine kompatible bidirektionale Ladestation sowie die Teilnahme an einem V2G-Programm über einen Aggregator, ein Energiemanagementsystem (EMS) und ein Virtuelles Kraftwerk (VPP).
Das Potenzial von V2G entfaltet sich insbesondere dann, wenn Elektrofahrzeuge in großem Maßstab koordiniert werden. Während ein einzelnes Fahrzeug einen Haushalt oder ein Gebäude unterstützen kann, können Tausende vernetzter Elektrofahrzeuge, die durch intelligente Steuerungssysteme koordiniert werden, gemeinsam als verteilte Energieressource agieren. Genau hier spielt Energieflexibilität eine entscheidende Rolle. Elektrofahrzeuge können geladen werden, wenn viel erneuerbarer Strom verfügbar ist, die Nachfrage niedrig ist oder die Strompreise günstig sind. Gespeicherte Energie kann anschließend in Zeiten höherer Nachfrage oder bei Unterstützungsbedarf des Stromnetzes wieder abgegeben werden.
Die V2G Alliance Austria beschreibt die Kommunikationskette einer marktbasierten V2G-Anwendung wie folgt:
Fahrzeug und Ladestation ↔ Energiemanagementsystem ↔ Aggregator-Plattform ↔ Strommarkt oder Netzbetreiber
Diese Struktur ermöglicht es Gruppen von Elektrofahrzeugen, über einen Aggregator am Strommarkt teilzunehmen und Flexibilitätsdienstleistungen wie Regelenergie, Engpassmanagement oder andere netzunterstützende Services bereitzustellen.
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Aggregator-Plattformen für V2G-Anwendungen
Aggregator-Plattformen lösen diese Herausforderung, indem sie große Mengen an Fahrzeugen und Ladepunkten zu einem flexiblen Portfolio bündeln und koordinieren. Die Flexibilitätsmanagement-Plattform CyberNoc vereint Aggregation, Prognosen, automatisierte Steuerung, Portfoliooptimierung und marktübergreifenden Flexibilitätshandel. Für Elektrofahrzeugflotten kann CyberNoc Ladepläne anhand von Veränderungen bei Stromangebot und Stromnachfrage anpassen.
Ladevorgänge können gezielt in Zeiten geringer Netzauslastung verschoben werden, wenn Strom in der Regel günstiger ist und die Netzbelastung niedriger ausfällt. Dadurch lassen sich Betriebskosten senken, Verbrauchsspitzen vermeiden und das Stromsystem entlasten. Darüber hinaus kann die Plattform kleinere Anlagen bündeln, die die Markteintrittsschwellen allein nicht erreichen würden, und ihnen so die gemeinsame Teilnahme als größeres Flexibilitätsportfolio ermöglichen. Diese Fähigkeit ist besonders für V2G-Anwendungen wichtig, da die Verfügbarkeit der Fahrzeuge kontinuierlich variiert, wenn sie an Ladeinfrastruktur angeschlossen oder davon getrennt werden.
Was ist die V2G Alliance Austria?
Die V2G Alliance Austria wurde im Jahr 2025 als interdisziplinäres Netzwerk für Organisationen gegründet, die sich mit Vehicle-to-Grid und intelligenten Energiesystemen in Österreich beschäftigen. Ziel der Allianz ist es, die Integration von Elektrofahrzeugen in das Stromsystem zu beschleunigen und geeignete Rahmenbedingungen für die praktische Umsetzung von V2G zu schaffen.
Durch die Vernetzung von Industrie, Forschungseinrichtungen, Energieversorgern, Technologieunternehmen und weiteren Stakeholdern fördert die Allianz Zusammenarbeit, Wissensaustausch und die gemeinsame Entwicklung von Projekten. Auch Interessenvertretung und politische Arbeit werden Teil ihrer Aktivitäten sein, um regulatorische Hürden abzubauen und die Interessen von V2G innerhalb der österreichischen Energie- und Mobilitätslandschaft voranzubringen.
Mit diesen Maßnahmen verfolgt die Allianz das Ziel, bidirektionales Laden zu einem praxistauglichen und skalierbaren Bestandteil eines nachhaltigen und flexiblen Energiesystems in Österreich zu machen.

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