Die Studie ergab, dass die OpenADR 2.0b-Kommunikationsarchitektur funktionale Anforderungen erfüllen kann, die für den flexibilitätsbezogenen Datenaustausch relevant sind.
Christoph Gutschi und Peter Nemcek haben gemeinsam einen wissenschaftlichen Artikel über ein deutsches Pilotprojekt verfasst, das zeigt, wie virtuelle Kraftwerke (VPPs), die OpenADR 2.0b verwenden, dem Übertragungsnetzbetreiber (TSO) effektiv Nebendienstleistungen anbieten können.
VPPs mit ihren flexiblen aggregierten Anlagen bieten eine kosteneffiziente Alternative zu herkömmlichen Kraftwerken. Um ihre technische und wirtschaftliche Machbarkeit sicherzustellen, sind Kommunikationssysteme von entscheidender Bedeutung.
In diesem Zusammenhang schlossen sich die CyberGrid-Experten Christoph Gutschi und Peter Nemcek mit wichtigen Akteuren aus der Industrie zusammen und führte Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch, um das OpenADR 2.0b-Kommunikationsprotokoll zu evaluieren, einschließlich der öffentlichen Internetinfrastruktur zur Erleichterung des Handels mit dezentralen Energieressourcen (DERs) als flexible Ressource auf dem Energiemarkt. Der auf dem OpenADR 2.0b-Protokoll basierende Datenaustausch zwischen einem CyberGrid-VPP in Slowenien und einem Terminalverwaltungssystem in Deutschland über einen Zeitraum von mehreren Wochen bestätigte die Fähigkeit von OpenADR, alle Arten von Nachrichten zu übermitteln, die für die Teilnahme von MFRR („Minute Reserve“) am deutschen Markt unerlässlich sind. Darüber hinaus bewerteten die Tests die ausgewählten Parameter für die Dienstqualität — erforderliche Bandbreite, Verkehrsmenge, Nachrichtenmuster, Latenz (Round-Trip-Zeit), Paketverlust und Neuübertragungen.
Insbesondere die Leistung des VPP-Kommunikationssystems, das OpenADR 2.0b nutzt, wurde im Rahmen von BESIC getestet, einem abgeschlossenen Forschungsprojekt, das von mehreren Partnern, darunter Forschungseinrichtungen wie der HHLA AG, dem größten deutschen Hafenbetreiber am HHLA Container Terminal, durchgeführt wurde. Das Projekt untersuchte das dynamische Laden von Batteriestapeln für fahrerlose Transportfahrzeuge (B-AGV), die für den Transport von Containern zwischen Schiffen und Lagerplätzen im Hamburger Hafen, Deutschland, eingesetzt werden, sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht.

In dieser Studie sammelte das VPP Strommarktdaten (z. B. akzeptierte Angebote, die die Clearingpreis- und Volumeninformationen enthielten) aus einem Strommarktsimulator unter Verwendung historischer Daten aus dem deutschen manueller Frequenzwiederherstellungs-Reservemarkt (MFRR). Es wurde nachgewiesen, dass die untersuchte OpenADR 2.0b-Kommunikationsarchitektur funktionale Anforderungen im Zusammenhang mit flexibilitätsbezogenem Datenaustausch erfüllen kann, wenn nur geringfügige Anpassungen am Protokoll vorgenommen werden.
„Die OpenADR-Standards erfüllen alle Anforderungen für die Kommunikation auf den europäischen Märkten für elektrische Energie und Nebendienstleistungen. OpenADR hat das Potenzial, in naher Zukunft das dominierende Protokoll für die Strommarktkommunikation in Europa zu werden „, erklärt Christoph Gutschi.

Die endgültige Version des Papiers Virtuelle Kraftwerksarchitektur mit OpenADR 2.0b für das dynamische Laden von fahrerlosen Transportfahrzeugen wurde vom International Journal of Electrical Power & Energy Systems akzeptiert und ist jetzt online verfügbar.
Danksagungen: Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Battery Electric Heavy Goods Vehicles in Intelligent Container Terminal Operations“ (BESIC) wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) im Förderprogramm „IKT für Elektromobilität II“ gefördert. Diese Arbeit wurde teilweise von ARRS im Rahmen des wissenschaftlichen Programms P2-0246 unterstützt.



