Europas nächsten Blackout verhindern: Flexibilität, KI und das Geschäft mit dem Stromnetz

Podcasts über KI, Flexibilität und das Stromnetz mit The Energy Bridge
May 26, 2026

Die Dekarbonisierung des europäischen Stromsystems geht nicht nur darum, saubere Energie zu erzeugen, sondern darum, das Netz in jeder Sekunde des Tages stabil zu halten. Wir freuen uns, die Veröffentlichung des Podcasts „Europas nächsten Blackout verhindern: Flexibilität, KI & das Geschäft rund um das Stromnetz“ bekanntzugeben – produziert von The Energy Bridge mit Beteiligung von CyberGrid –, der die Energiewende in Mittel- und Osteuropa beleuchtet.

Da variable Erneuerbare wie Wind und Solar den europäischen Erzeugungsmix dominieren, liegt die Herausforderung nicht mehr allein in der Erzeugung, sondern in der Flexibilität. Der Verband der europäischen Energieversorger Eurelectric definiert Flexibilität als die Fähigkeit eines Energiesystems, Erzeugung und Verbrauch als Reaktion auf Netz- oder Marktsignale anzupassen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Flexibilität wirkt wie ein Stoßdämpfer: Sie dämpft die Effekte schwankender Einspeisung aus Erneuerbaren und veränderlicher Lastprofile. Europas Energiesystem wandelt sich von einem zentralisierten, fossilbasierten Modell zu einem dezentralen, erneuerbarengetriebenen. Fast zwei Drittel des EU-Stroms stammen inzwischen aus sauberen Quellen, doch diese Variabilität erfordert Assets, die Erzeugung oder Verbrauch schnell anpassen können, um Blackouts zu vermeiden.

Im Podcast betont Philip Hahn, Head of Flexibility Services bei CyberGrid, dass sich Netzbetreiber früher auf große thermische Kraftwerke stützten, die sich hoch- und herunterfahren ließen. Mit Erneuerbaren treten Frequenzabweichungen häufiger auf, und der eigentliche Engpass ist die Flexibilität – nicht die Erzeugung. Betreiber müssen das System im Sekundentakt ausgleichen; Ungleichgewichte verursachen Frequenzabweichungen, die das Risiko weitreichender Ausfälle erhöhen. Flexibilitätsdienste, darunter FCR, aFRR und mFRR – also Primärregelreserve (PRR), Sekundärregelreserve (SRR) und Tertiärregelreserve (TRR) – werden daher zu zentralen Märkten und nicht länger nur als Neben- bzw. Systemdienstleistungsmärkte betrachtet. Der Erfolg der Energiewende hängt davon ab, Flexibilität aus dezentralen Assets zu erschließen, darunter Batteriespeicher, Wasserkraftwerke und Demand Response (Lastmanagement). Die Plattform von CyberGrid überwacht Assets in Echtzeit und steuert sie über mehrere Märkte hinweg aus; dabei werden Erlöse generiert und zugleich technische Restriktionen eingehalten.

Die von CyberGrid entwickelte CyberNoc-Plattform integriert Batteriespeicher, Wasserkraftwerke, Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge und weitere Assets in die Regelreservemärkte. In einer Fallstudie für das Kals Energie Kraftwerk hat CyberGrid die Wasserkrafteinheiten des Werks an den EVN‑Pool angebunden und die Teilnahme an den Regelreservemärkten ermöglicht – ohne einen eigenen Marktzugang aufbauen zu müssen.

Insgesamt dreht sich die Energiewende ebenso sehr um die unsichtbare Infrastruktur wie um sichtbare Windräder und Solarmodule. Plattformen wie CyberGrids CyberNoc machen Flexibilität zu einer handelbaren Ressource.

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