Österreichische Bundesforste: Flexibilitätsvermarktung von Wasserkraftwerken

Kleinwasserkraftwerk Hallstatt, Oberösterreich, 20144
October 15, 2026

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) arbeiten mit CyberGrid zusammen, um die Flexibilität ihrer erneuerbaren Energieanlagen wirtschaftlich zu nutzen. Durch die Anbindung der Wasserkraftwerke an die virtuelle Kraftwerksplattform CyberNoc bündelt CyberGrid die Flexibilität dieser Anlagen und ermöglicht die Teilnahme an den Regelenergiemärkten (mFRR und aFRR). Die Partnerschaft ermöglicht es den ÖBf, an verschiedenen Energiemärkten teilzunehmen und die verfügbare Flexibilität wirtschaftlich zu nutzen.

Erneuerbares Energieportfolio der Österreichischen Bundesforste

Das Portfolio der ÖBf im Bereich erneuerbarer Energien umfasste im Jahr 2023 neun Kleinwasserkraftwerke, zwei Windparks und ein Biomassekraftwerk. Gemeinsam erzeugten diese Anlagen 305 GWh erneuerbaren Strom und deckten damit den Strombedarf von rund 87.000 Haushalten.

Kleinwasserkraftwerk Hallstatt

Im UNESCO-Welterbeort Hallstatt zeigt das Kleinwasserkraftwerk Hallstatt der ÖBf, wie moderne Technik mit einer jahrhundertealten Kulturlandschaft vereinbart werden kann. Das 2013 in Betrieb genommene Laufwasserkraftwerk nutzt das Wasser des Waldbachs und erzeugt jährlich rund 22.000 MWh Strom. Damit können etwa 6.300 Haushalte versorgt werden.

Kleinwasserkraftwerk Langer Grund

Das Kleinwasserkraftwerk Langer Grund liegt im abgelegenen Tal Langer Grund bei Hopfgarten und wurde 2018 in Betrieb genommen. Die Anlage nutzt eine Fallhöhe von 126 Metern und ist mit einer sechsstrahligen Pelton-Turbine ausgestattet. Sie erzeugt jährlich rund 12,2 GWh Strom und versorgt damit etwa 3.500 Haushalte.

Kleinwasserkraftwerk Forstaubach

An der Grenze zwischen Salzburg und der Steiermark wurde das Kleinwasserkraftwerk Forstaubach 2015 in Betrieb genommen. Das bundesländerübergreifende Projekt erstreckt sich über die Gemeinden Forstau und Schladming in der Nähe von Gleiming. Das Kraftwerk erzeugt jährlich rund 6,5 GWh Strom und kann damit etwa 1.900 Haushalte versorgen. Gleichzeitig werden jährlich rund 5.500 Tonnen CO₂ eingespart.

Kleinwasserkraftwerk Kainischtraun

Das Kleinwasserkraftwerk Kainischtraun bei Bad Mitterndorf in der Steiermark setzt auf ein innovatives Konzept, um die stark schwankende Wasserführung der Kainischtraun optimal zu nutzen. Die 2012 in Betrieb genommene Anlage verfügt über drei Turbinen (zwei horizontale Francis-Turbinen und eine fünfstrahlige Pelton-Turbine), die je nach Wasserführung unterschiedlich kombiniert werden können, um einen möglichst effizienten Betrieb zu gewährleisten. Das Kraftwerk erzeugt jährlich 12,5 GWh Strom und versorgt damit rund 3.600 Haushalte.

Zusammenarbeit mit CyberGrid

Die virtuelle Kraftwerksplattform CyberNoc von CyberGrid bündelt die Flexibilität der verschiedenen erneuerbaren Energieanlagen der ÖBf. Durch die Zusammenarbeit profitieren die ÖBf von:

  • einer effizienten Nutzung und wirtschaftlichen Verwertung bisher ungenutzter Energieflexibilität,
  • Handelsstrategien mit CyberNoc, die den Zugang zu verschiedenen Energiemärkten ermöglichen,
  • Echtzeitüberwachung und Prognosen durch CyberNoc, die dabei helfen, ökologische Vorgaben einzuhalten und gleichzeitig die Erlöse zu maximieren.
„In einem zukünftigen Energiesystem werden nur planbare und steuerbare Erzeugungsanlagen einen Wert haben. CyberGrid hilft uns dabei, dieses Potenzial zu erschließen.“ – Gerhard Breitenbaumer, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Erneuerbare Energie, ÖBf AG

FAQs

F: Warum haben Sie sich für CyberGrid als Partner für dieses Projekt entschieden?

A: CyberGrid bot eine überzeugende Kombination aus Energiemarktexpertise, praktischer Erfahrung in der Flexibilitätsvermarktung und einem konstruktiven, lösungsorientierten Ansatz in der Zusammenarbeit. Damit erwies sich CyberGrid als geeigneter Partner, um das Potenzial steuerbarer erneuerbarer Energieanlagen wirtschaftlich zu nutzen und einen Mehrwert für das Energiesystem zu schaffen.

F: Können Sie uns nähere Informationen zu Ihrem Batteriespeicherprojekt geben?

A: Derzeit konzentrieren wir uns darauf, geeignete Standorte für zukünftige Batteriespeicherprojekte zu prüfen und Möglichkeiten zur Integration in unser bestehendes Portfolio erneuerbarer Energieanlagen zu evaluieren. Unser Ziel ist es, die Flexibilität des Energiesystems weiter zu erhöhen und die effiziente Integration erneuerbarer Energien in den Strommarkt zu unterstützen.

F: Welche Vorteile erwarten Sie von der Kombination eines Batteriespeichers mit Ihrem Wasserkraftwerk?

A: Die Kombination von Wasserkraft und Batteriespeichern ermöglicht es, die erneuerbare Stromerzeugung flexibler an die Anforderungen des Strommarktes und des Netzes anzupassen. Aus ökologischer Sicht unterstützt dies die effiziente Nutzung bestehender erneuerbarer Energieinfrastruktur und kann den Bedarf an fossilen Flexibilitätsquellen reduzieren.

F: Welche Vorteile erwarten Sie von der Teilnahme an den Regelenergiemärkten?

A: Regelenergiemärkte vergüten die Bereitstellung von Flexibilität, die in einem Energiesystem mit einem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Durch die Teilnahme können erneuerbare Energieanlagen dazu beitragen, Erzeugung und Verbrauch auszugleichen und gleichzeitig ein widerstandsfähigeres und nachhaltigeres Energiesystem zu unterstützen.

F: Wie bewerten Sie den Erfolg des Projekts hinsichtlich Netzflexibilität, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit?

A: Wir bewerten den Projekterfolg anhand technischer Leistungsfähigkeit, wirtschaftlicher Ergebnisse und des ökologischen Beitrags. Wenn das Projekt die Flexibilität erhöht, eine effiziente Nutzung erneuerbarer Energien unterstützt und wirtschaftlich erfolgreich ist, betrachten wir es als Erfolg.

Pelton-Turbine im Kleinwasserkraftwerk Hallstatt, Oberösterreich

Über Österreichische Bundesforste

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) bewirtschaften rund 15 % der österreichischen Waldfläche sowie große Seen- und Almflächen. In den vergangenen Jahren hat das staatliche Unternehmen seine Geschäftstätigkeit über die traditionelle Forstwirtschaft hinaus auf den Bereich erneuerbare Energien ausgeweitet. Die Strategie der ÖBf legt besonderen Wert auf ökologische Nachhaltigkeit und Klimaresilienz und folgt dem Grundsatz, der Natur nicht mehr zu entnehmen, als nachwachsen kann. Zu den Geschäftsfeldern zählen mittlerweile Wasserkraft, Windenergie und Biomasse. Im Jahr 2023 erzeugten die ÖBf 305 GWh erneuerbaren Strom, genug für die Versorgung von rund 87.000 Haushalten. Bis 2030 planen die ÖBf, mehr als 200 Millionen Euro in Wind- und Wasserkraft zu investieren.

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